Wie gesagt, Baureihen verschwinden, die Fotografen stürzen los...und warten bis eine andere Baureihe das Todesurteil erhält um dann wieder los zustürzen. Im ernst. Wer denkt heute, jetzt!, schon an die aktuellen Baureihen, die aber demnächst verschwinden werden? (BR 110,140,141,die 150erGattun g usw) Das nur so nebenbei...aber das ist eine andere Geschichte

Vor ca 30 Jahren, am 26.9.71 begann bei der DB das IC-Zeitalter. Mit den bis zu 200 km/h schnellen Zügen, die zunächst im Zwei-Stunden-Takt ca.3700 km Strecke bedienten, begann gleichzeitig das Zeitalter der BR 103. Sie sollte in den folgenden Jahren die bekannteste und berümteste deutsche E-Lok werden.

Als das IC-Netz 1991 durch die Neubaustrecken Hannover-Würzburg und Mannheim- Stuttgart erweitert wurde, bezog man ab den 2.6.91 die dafür konzipierten ICE- Züge in das IC- Angebot mit ein. Damit leitete die Bundesbahn den größten Fahrplanwechsel in ihrer Geschichte ein. Spätestens jetzt war abzusehen, daß die BR 103 mit dem ICE einen ernsthaften Konkurenten erhielt. Aber auch die Konkurenz der Straße und der Luft wirkte auf die DB erdrückend, so daß auf das “zugkräftige Material 103” noch nicht verzichtet werden konnte. Fehlte es doch noch an entsprechenden ICE’s, die im Dez 1991  40 Einheiten umfaßen sollten. Aufgrund des (inzwischen) Stundentaktes auf den Hauptlinien der DB wurde den 103ern  nun alles abverlangt. Bei den 20 jährigen Maschinen kommen inzwischen Laufleistungen von mehreren 100000 km zustande. Nördlichster Ausgangspunkt des IC-Netzes ist Hamburg.(Linie 1, 4 u. 6). Dabei gilt die Linie 1 (Hamburg,Köln,Mainz,Frankfurt, und ab 1991, über Würzburg nach Nürnberg) von jeher als Stammstrecke der BR 103.

Etwa zur gleichen Zeit wurde über eine Elektrifizierung der Strecken Hamburg/ Flensburg/ Kiel nachgedacht. Die Tatsache, daß damit eine der letzten Dieselbetriebs-Inseln zerstört würde, einige wirtschaftliche Bedenken, die durch die Streckenerweiterung bis Dänemark hinein ausgeräumt wurden  und durch Widerstände von Umweltverbänden, führten  erst am 24.Sep. 1995 zur Aufnahme des elektr. Zugbetriebes auf der KBS 131. Diese Strecke erscheint jetzt auf der Strecken-Netzkarte als Linie 1A. Die Dieselloks der BR 218, die die IC in Doppeltraktion zweistündlich von Kiel nach Hamburg-Altona zogen, wurden jetzt von der BR 103 verdrängt. Des weiteren wurden die nördlichsten Städte Neumünster, Rendsburg, Schleswig und Flensburg  von der BR 103 als IR im Zwei-Stunden-Takt angefahren. Aber schon zum Fahrplanwechsel am 2.6.96 wurde die schleswig- holsteinische Landeshauptstadt von dem ICE angefahren. Ersetzt wurde die BR 103 letztendlich  von der BR 112. 1998 war die 103 in Kiel nur noch sporadisch zu sehen. Meistens als Ersatzlok für ausgefallene der BR 112. Das Einsatzgebiet der BR103 verlagerte sich jetzt weiter Nord-Westlich. Ab März 1998 nun auch in Bremerhaven und ab (?) in Norden. In Bremerhaven ersetzte die BR 103 die BR 112, die seit dem 5.8.91 zunächst als IC-Kurier (bis Bremen) und später als IR bis Hannover und Saarbrücken im harten Plandienst eingesetzt wurden.

Mit dem Ende der Expo 2000 in Hannover kam auch das Ende der Umläufe in Bremerhaven für die BR 103. Die Wörter: Ausmusterung und Verschrottung tauchten in den Fachzeitschriften immer häufiger auf. Alarmstufe rot für diese Schnellzuglok. Nun ist auch der letzte Hobbyfotograf aufgewacht. Im Wettstreit mit der voreiligen Verschrottungspolitik der DB suchte Mann und Frau die letzten Domizile der 103 aufzuspüren. Knips und weiter. Zu diesem Zeitpunkt (Okt.00) wollte die DB-Führung unter den 103er-Akten gerne “ Vergangenheit” schreiben. Aber wie so oft liegt der Teufel im Detail. Die BR 101, der Nachfolger der BR 103, aber auch die BR 112 und 120 funktionierten nicht so wie sie sollten. Ca. 30! Maschinen, so war  in einer Fachzeitschrift zu lesen, fallen monatlich aus, so daß Ersatz her mußte. Dies erkannte die DB und stopte die aggressive Ausmusterungspolitik. Leider sind bis dahin etliche intakte Maschinen in der Schrottpresse gelandet.So kam es wie es kommen mußte: Die DB bekam phasenweise akuten Lokmangel.

Zur Zeit (Jan02) werden keine Loks mehr vorzeitig ausgemustert und zerlegt. Allerdings muß (der Hobbyist) auch einsehen, daß die Maschinen nach 30 Jahren einfach verbraucht sind. Entsprechend sieht auch die (Bahn)politik aus. Abgestellte Maschinen z.B. dienen als Ersatzteilspender für die Loks, die noch im Umlauf sind. Schäden, die vor kurzem noch zur Ausmusterung führten, werden z.Z. eher (wohlwollend?) im AW Opladen behoben. Erst wenn nichts mehr geht folgt die Stufe:Ersatzteilspender, Schrottpresse. Unverständlich ist es allerdings, warum die Bahn AG sich so sträubt Kaufinteressierte mit einer Lok zu “befriedigen”. Lieber wird vernichtet, auch wenn der Verkaufserlös um ein Vielfaches höher wäre.

Beim Erstellen dieser Seite sind von 145 Loks der Baureihe 103 noch ca. 30 Loks in Betrieb. Ihre Tage aber sind gezählt. Hoffen wir also, daß die letzten Renner sich noch schadlos halten und wenigstens ihre Fristen einhalten können.   

Das AUS für die BR 103     (Aktualisierung dieser Seite am 09.03.03)

Für die Insider und 103er-Fans wurde dieser Schritt von DB Reise & Touristik, die BR 103 endgültig abzustellen, schon länger befürchtet. Am 6.Jan 03 wurde von R&T verfügt, die BR 103 außer Dienst zu stellen. Am 14.12.02 endet der Planeinsatz aller 103er und bis zum 15.Jan 03 sollen die (18) verbliebenen Loks abgestellt sein. An diesem Tag erhielt 103221 im Werk Stuttgart als letzte Maschine eine Nachschau. Nach diesem Zeitpunkt dürfen keine Arbeiten mehr an der BR 103 ausgeführt werden. Aber auch hier gibt es eine erfreuliche Ausnahme. Acht (8 !) Maschinen sollen für Sonderleistungen weiter in Betrieb bleiben:

Betriebsfähig erhaltene Maschinen

103184 und 103233 werden dem DB- Museum übergeben, wobei voraussichtlich 103184 im Werk Frankfurt (M) für Sonderfahrten des Museums betriebsfähig gehalten wird.

103245 wird von DB R&T betriebsfähig gehalten und soll für Sonderfahrten von München aus eingesetzt werden. 103240 muß als Ersatzteilspender für 103245 herhalten.

103235 wird zurzeit von DB R&T an DB Systemtechnik vermietet und für Versuchszwecke genutzt. Gewartet wird die Maschine weiterhin im Werk München.

103219 wird vom Werk Opladen als Bremslok genutzt.

103221 wurde als Bremslok dem Ausbesserungswerk Nürnberg übergeben.

 

Als Museumsloks bleiben folgende Maschinen erhalten:

103101 Eisenbahnmuseum Darmstadt- Kranichstein

103224 Deutsches Dampflokmuseum Neuenmarkt- Wirsberg

103226 Verein zur Erhaltung der BR 103, Wuppertal

103113 Deutsche Museum München

103132 Bayerische Eisenbahnmuseum Nördlingen

103167 Eisenbahnmuseum Heilbronn

103217 DGEG- Eisenbahnmuseum Neustadt a.d. Weinstraße

Vom Dez.02 bis Ende Jan.03 sind folgende Maschinen ausgemustert und bei der Fa. Bender (Opladen) und der Fa. Steil (Ehrang) verschrottet worden:

103122, 182, 212 u. 228 Fa. Bender.

103176, 227 u. 237 (14.Jan 03 Fa. Steil). 103135, 131, 160, 163, 166 u. 190 (22.Jan 03 Fa. Steil)

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