Start/ Zielbahnhof Zollhaus-Blumberg. Nach dem Einfahren des Zuges bleiben ca. 1,5 Std. Zeit für das liebevoll eingerichtete Eisenbahnmuseum im ehemaligen Güterschuppen. Dieses ist eine Std. vor der Ankunft bis eine Std. nach Abfahrt des Zuges geöffnet. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, hat die Möglichkeit, auf dem Eisenbahn-Lehrpfad an den interessantesten Bauwerken und den schönsten Aussichtspunkten entlang zu wandern. Für die 19km lange Strecke sollten minimal vier Std. einkalkuliert werden. Dabei bieten sich Abkürzungen und Rückfahrmöglichkeiten mit der Bahn an.

Immer wieder lustig anzusehen. In diesem Fall verwandeln sich bei der Anfahrt die vorher glänzenden Augen der beiden Kinder in helles Entsetzen, verbunden mit panischem Rückzug. Das Pärchen dagegen scheint die Atmosphäre zu genießen.

BR 50 2988 kuppelt kurz nach der Ankunft vom Zug ab und rangiert zum Wasserfassen ins kleine ‘BW’. Dieser Vorgang entzieht sich dem Beobachter. Anschließend geht die Lok, Tender voraus, vor den Zug. Abfahrt um 14.00 Uhr.

Bild links: Der historische Dieseltriebwagen, Baujahr 1952, vor dem Reiterstellwerk Wie auch bei anderen Bahnen, ist dieser VT für (z.B.) Vereinsausflüge zu mieten. Im Fahrpreis für die Hin- und Rückfahrt ist ein 30 Liter Faß Bier enthalten. Bild rechts: Das Konstanzer Reiterstellwerk von 1886,wie es seit 1998 im Bf Blumberg.zu sehen ist.

Das im Jahr 1886 gebaute Reiterstellwerk entstammt noch aus der letzten Entwicklungs- periode der badischen Hochrheinbahn Basel- Konstanz. Vor der Erbauung dieses Stellwerks wurden Signale und Weichen einzeln von Hand gestellt, was mit zunehmender Ausdehnung der Gleisanlagen eine höhere Unfallgefahr in sich barg und durch einen höheren Personaleinsatz zudem sehr unwirtschaftlich wurde.

Als Mittelstellwerk stand dieses Reiter- stellwerk in einer Kette von vier korrespon- dierenden Stellwerken im Konstanzer Personen- und Güterbahnhof. Aus Platzmangel (hier der Bodensee) griff man’...auf das eigene Bahngelände im engeren Sinne zurück..’:Es wurde über den Gleisen errichtet. Während Reiterstellwerke in der Regel quer zu den Gleisen gebaut wurden, wurde das Konstanzer Exemplar parallel zum Schienenverlauf erstellt. Eine Besonderheit. Im Juni 1988, nach gut 100 Jahren, wurden alle Stellwerke zwischen Allensbach und Konstanz- Landesgrenze durch ein modernes, zentrales Gleisbildstellwerk ersetzt.

Kleine Bilder oben: Ein Blick auf das mechanische System im Stellwerk und auf das Museum in der (gerade) renovierten Güterhalle.

Bilder darunter:Ebenfalls vom Stellwerk herunter gesehen, der abfahrbereite Zug und am Abend noch ein Blick auf die Bahnhofsanlage.

BR 50 2988 wartet im Bahnhof Zollhaus Blumberg vor der Flügelsignalgruppe auf die Abfahrt zum zweiten Umlauf an diesem Tag. Im Hintergrund zieren alte Telegrafenmasten die Strecke.

Mit der Ausmusterung der letzten Dampf- lokomotiven im Regeldienst der DB zum Fahrplanwechsel im Mai 1977 verschwand nicht nur eine Lokomotivbauart, sondern sie wurde, deutscher Gründlichkeit entsprechend, auch noch verboten. Der Leiter der Maschinentechnik der DB gab den “Befehl” aus. Die Schar der Museumsbahnfreunde war zwar noch klein, doch es ging ein hörbares Raunen durch die Öffentlichkeit. Begründet wurde das Verbot mit der Feuergefährlichkeit entlang der Strecken. Beinahe 150 Jahre lang befuhren Dampfloks in Deutschland problemlos und sehr sicher die Strecken- und nun wurden sie als Brandstifter verunglimpft. Erst mit dem 150-jährigen  Bahnjubiläum 1985 erkannte die DB (wieder) den Reiz von Dampffahrten (Siehe auch hier). Händeringend

wurden jetzt Dampflokomotiven und geeignetes Personal gesucht. Jetzt waren die ‘ Verrückten’ von den Eisenbahnvereinen doch noch die hofierten Partner.

Seit März 1998 gehört die neu angekommene Lok der BR 52 8012, Bj 1943; zum Bestand der Stadt Blumberg. Sie ist zuzeit nur rollfähig und war von 1992- 1998 im Besitz der Royal Gastro GmbH. Was damit geplant ist, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.

Nach dem Deutsch- Französischen Krieg (1870/71) rechnete man in Berlin jederzeit mit einem neuen Konflikt mit Frankreich. Schnelle Truppenverschiebungen konnten nur mit der Eisenbahn erreicht werden, was mit ein Grund für das schnell wachsende Schienennetz im noch jungen, vereinten Reich war. So entstanden überall im Deutschen Reich sogenannte ‘ Strategische Bahnen’. Sie hatten also keine oder nur eine sehr geringe wirtschaftliche Bedeutung. Nach dem zweiten Weltkrieg waren viele Strecken nutzlos und wurden zurückgebaut oder einfach aufgegeben. Dank der techn. Bauwerke auf dem Mittelteil der ‘Wutachtalbahn’, blieb diese Strecke vom Abriß verschont.

Sie waren bis weit in die 60iger Jahre von den Gleisen nicht wegzudenken gewesen. So mancher wird sich bei ihrem Anblick an die gleichmäßigen, schwingenden Bewegungen der Drähte erinnern, die mit dem rytmischen Klick, Klack der Gleisstöße äußerst einschläfernd wirkten. Gemeint sind die Telegrafenmasten, die heute äußerst selten anzutreffen sind. So wie hier, kurz hinter dem Bf Zollhaus- Blumberg.

 

Der Link zur Sauschwänzlebahn oder Wutachtalbahn BR 502988

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