| Eine weitere Schmalspurbahn im Norden von Deutschland findet sich auf Rügen. Mit dem Spitznamen ‘Rasender Roland’ dampft sie auf 750mm Spurbreite von Putbus über Binz nach Göhren. Von dem ehemals 97.3km langen Schmalspurnetz auf Rügen ist heute nur noch das 24,1 km lange Teilstück Putbus/Göhren erhalten geblieben. Seit 1996 betreibt die Rügensche Kleinbahn GmbH & Co (RüKB) die Bäderbahn auf Deutschlands größter Insel. Am 28.05.99 wurde die Strecke um weitere 2,4 km von Göhren bis zur Mole am Lauterbacher Hafen verlängert. Dies erfolgte auf einem Dreischinengleis auf der DB-Strecke und ermöglicht den Schiffspassagieren jetzt ein direktes Umsteigen auf die Bahn und ins Landesinnere. |
Bis 1899 war das 97,3 km lange Schmalspurnetz weitestgehend fertiggestellt. Auch hier entschied man sich aus Kostengründen für die 750 mm Spurweite, was ca.2/3 der Baukosten gegenüber einer Normalspurstrecke einsparte. Während auf den Teilstrecken Altefähr/Putbus, Bergen/Wittower Fähre und die Strecke Fährhof/Altenkirchen neben den Personenverkehr auch regelmäßiger Güterverkehr stattfand, war auf der Teilstrecke Putbus/ Göhren der Reiseverkehr dominierend. Am 22.07.1895 wurde das Streckenstück Putbus/ Binz in Betrieb genommen. Zehn Monate später, am 22.05.1896, sollte die Strecke bis Sellin-West abgenommen werden. Bis zum 1. Weltkrieg führte der stetig wachsende Strom von Urlaubern häufig zu Überlastungen der Bahn, so daß die aus der Anfangszeit stammenden Maschinen gegen stärkere von Vulcan und Hannomag gelieferte Maschinen ersetzt werden mußten. Nach dem 1.Weltkrieg geriet die RüKB, wie anderswo auch, in ernsthafte ökonomische Schwierigkeiten. Erst 1926 ging es der RüKB wieder so gut, daß erneut über eine Verbesserung im Bäderbereich nachgedacht wurde. Eine Umspurung der vorhandenen Schmalspurstrecke auf Regelspur inbegriffen. Nach dem 2. Weltkrieg waren die Anlagen und Fahrzeuge heruntergewirtschaftet und ein Betrieb konnte nur unter ungünstigsten Bedingungen aufrechterhalten werden. In den 50er und 60er Jahren kamen Loks und Wagen von verschiedenen Schmalspurbahnen der DDR nach Rügen um den Verkehr zu bewältigen. Ende der 60er Jahre wurde die Konkurenz der Straße zu groß. Der größte Teil der Strecke wurde bis 1971 stillgelegt. Auch der letzte Streckenabschnitt Putbus/ Göhren, war von Stillegungsabsichten gefärdet . Am 27.02.1975 wurde die Schmalspurbahn zum ‘Denkmal der Produktions- und Verkehrsgeschichte’ erklärt und vorläufig gerettet. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands waren die Fahrgastzahlen ständig steigend. Nach der Wiedervereinigung kursierten Meldungen über eine bevorstehend Betriebseinstellung. Die Bahn stand zum Verkauf an. Am 15.06.1991 wird der ‘Förderverein zur Erhaltung der Rügenschen Kleinbahn’ gegründet. |
Der Rasende Roland auf Rügen |